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Tinnitus als Symptom einer Mittelohrentzündung

Erkrankung des Mittelohrs

Akute Mittelohrentzündung

Bei einer akuten Mittelohrentzündung (Otitis media acuta) handelt es sich um eine Erkrankung der Räume des Mittelohrs, die in der Regel durch Viren und seltener durch Bakterien verursacht worden ist. Die ersten Symptome sind stechende oder pulsierende, recht heftige Ohrenschmerzen, die innerhalb weniger Stunden merklich zunehmen. Ein häufiges Anzeichen einer Mittelohrentzündung ist außerdem Tinnitus aurium. Weitere Symptome sind Hörminderung, der Tragusschmerz, ein Druckgefühl im Ohr, Schwindel und Fieber.

Ursache sind Bakterien oder Viren

Die Ohrtrompete – auch Eustachische Röhre oder Tube – verbindet das Mittelohr mit dem Nasen-Rachen-Raum. Bei einer Erkältung, einem Schnupfen oder einer Grippe gelangen Bakterien oder Viren über die Ohrtrompete in das Mittelohr, vermehren sich dort und verursachen eine Ohrentzündung. Ein Tubenkatarrh, also eine Entzündung der Schleimhaut der Eustachi-Röhre, kann die Tube verengen und die Entstehung der Mittelohrentzündung zusätzlich begünstigen.

Im gesunden Zustand geben die Gehörknöchelchen, die im Mittelohr liegen, eintretenden Schall unbeeinträchtigt an die Gehörschnecke weiter. Bei einer Mittelohrentzündung ist dieser Vorgang aber nicht mehr möglich. In der Folge können beim Erkrankten Ohrgeräusche entstehen.

Aus einer Mittelohrentzündung heraus entsteht nicht selten ein Paukenerguss. Dabei hat sich Flüssigkeit im Mittelohr angesammelt. Insbesondere Kinder, die das achte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind häufig von diesem Symptom betroffen, da ihre Eustachische Röhre noch nicht voll funktionsfähig ist. In der Regel klingt der Erguss wieder ab, sobald die Grunderkrankung auskuriert ist. Bleibt der Paukenerguss jedoch bestehen, kann er wiederum die Ursache weiterer Mittelohrentzündungen sein.

Diagnose bei Kleinkindern

Kinder bis zum sechsten Lebensjahr sind besonders häufig von der Ohrenentzündung betroffen. Gerade Kleinkinder können die Symptome, unter denen sie leiden, oft gar nicht oder nur unzureichend erklären. Eltern sollten daher aufmerksam werden, wenn das Kind

  • Probleme beim Hören hat
  • sich häufig ans Ohr fasst (Ohrzwang)
  • unruhig schläft und den Kopf dabei immer auf eine Seite dreht
  • unter Unwohlsein, Appetitlosigkeit und leichtem Fieber leidet.
Eine Mittelohrentzündung kann Auslöser von Tinnitus sein

Tinnitus durch Mittelohrentzündung hat gute Behandlungschancen

Entsteht im Rahmen einer Mittelohrentzündung ein Rauschen oder Piepen im Ohr, sollten Betroffene einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Ohrgeräusche, die als Symptom einer Mittelohrentzündung entstanden sind, bestehen üblicherweise nur kurzfristig und sind sehr gut therapierbar. Wird die Grunderkrankung des Tinnitus, also die Mittelohrentzündung, erfolgreich behandelt, bildet sich auch der Tinnitus zurück. Innerhalb der ersten Woche der Erkrankung werden dazu abschwellende Nasentropfen und schmerzstillende Medikamente eingesetzt, eventuell muss zusätzlich ein Antibiotikum verschrieben werden.

Bei der Grippe-Otitis, einer Mittel- und Innenohrentzündung, die durch Influenza-Viren, also Grippe-Viren, verursacht worden ist, hat die Behandlung des Tinnitus geringere Erfolgschancen als bei einer gewöhnlichen Mittelohrentzündung.