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Lärm als Auslöser von Tinnitus

Starke Lärmbelästigung kann zu Langzeitschäden führen

Nach einem Abend in der Disko klingelt es manchmal noch viele Stunden später im Kopf. Die Musik geht ins Ohr – und zwar buchstäblich. Die psychische und körperliche Belastung durch Lärm darf keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden, denn sie ist eine der möglichen Ursachen von Tinnitus-Erkrankungen. Auch ein sogenanntes Knalltrauma, einmalige, kurz dauernde Schalleinwirkung mit einem Schalldruckpegel über 125 Dezibel, kann ausreichen, um das Hörvermögen nachhaltig zu schädigen.

Nach einem Schalltrauma das Gehör schonen

Was genau geschieht bei einem Schalltrauma im Innenohr? Durch den hohen Druck der Schallwelle bewegt sich die Flüssigkeit in der Hörschnecke sehr schnell. Knicken die feinen Haarzellen im Innenohr um, entsteht genau an dieser Stelle ein Schaden mit Hörverlust. Wie auch bei der Altersschwerhörigkeit sind üblicherweise die hohen Töne betroffen, da die Haarzellen für die hohen Frequenzen vorne in der Schnecke liegen und deshalb bei einem Trauma als erstes geschädigt werden. Schont der Betroffene sein Gehör nach dem akuten Schalltrauma, kann es sich innerhalb einiger Tage wieder erholen.

Langfristig deutlich gefährlicher ist es, wenn ein Mensch regelmäßig und über einen längeren Zeitraum einer Lärmbelastung von mehr als 85 dB ausgesetzt ist, etwa, weil er in der Industrie oder an einer lauten Maschine arbeitet. Schützt er sein Gehör nicht angemessen mit einem Hörschutz, droht ein chronischer Hörschaden, eventuell verbunden mit einem chronischen Tinnitus. Je nach Branche handelt es sich bei einer erworbenen Lärmschwerhörigkeit um eine Berufskrankheit.

Viele junge Menschen betroffen

Bei einem Menschen mit normalem Hörvermögen liegt die sogenannte Unbehaglichkeitsgrenze bei circa 90 dB, die Schmerzgrenze bei 130 dB. Bei einem Konzert dröhnt es schon einmal mit bis zu 110 Dezibel aus den Boxen, auf einem Festival wird es mitunter noch lauter. Vor allem wegen solcher Freizeitaktivitäten und weil sie regelmäßig laute Musik über Kopfhörer hören, leider immer mehr junge Menschen einer Hörschädigung. Mittlerweile sind über fünf Prozent der Jugendlichen von den Symptomen betroffen.

Kommt es schon nach einer einmaligen Lärmbelästigung zu Geräuschen Im Ohr, ist das nicht automatisch Anlass zur Sorge. Nach dem Besuch eines Festivals oder eines Fußballspiels ist das Ohr erst einmal überlastet. Daher dringen Geräusche nahezu ungefiltert ins Ohr und Ohrgeräusche sind nicht unüblich. Maximal 24 bis 48 Stunden darf ein Klingeln im Ohr zu hören sein. Ist es bis dahin nicht von allein weggegangen, sollte dringend ein Facharzt aufgesucht werden.

Lärm kann Auslöser von Tinnitus sein

So schützen Sie sich vor Schalltrauma und Tinnitus

  • Um einem Hörschaden vorzubeugen, der durch starke Lärmbelästigung entsteht, sollten Sie bei großer Lautstärke Ohrstöpsel oder Ohrschützer tragen. Wählen Sie aus den unterschiedlichen Alternativen diejenigen aus, die Ihnen den größten Tragekomfort bieten. Wenn kein handelsübliches Produkt angenehm zu tragen ist, können Sie beim Hörgeräteakustiker einen individuellen Hörschutz anfertigen machen.
  • Wenn Sie am Arbeitsplatz hohem Lärm ausgesetzt sind, legen Sie Lärmpausen ein. Bestehen Sie darauf, dass die Lärmschutzbestimmungen eingehalten werden. Erwägen Sie gegebenenfalls einen Wechsel des Arbeitsplatzes.
  • Tragen Sie auch dann einen Hörschutz, wenn Sie den Lärm, der sie umgibt, nicht als unangenehm empfinden.