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Stress als Ursache von Tinnitus

Einfluss der Psyche auf Ohrgeräusche

Innere Unruhe und Tinnitus hängen zusammen

In vielen Fällen steht Tinnitus mit emotionaler Belastung und Stress in Zusammenhang. Stress, körperlicher oder seelischer, kann die Entstehung eines Tinnitus offenbar verursachen. So berichtet etwa jeder vierte Betroffene eines chronischen Tinnitus davon, dass er zuvor unter viel Stress stand oder noch steht, zum Beispiel durch Geldsorgen oder den Verlust eines geliebten Menschen.

Nicht zwangsläufig führt dauerhafter Stress aber zu Ohrgeräuschen. Erst wenn der Stress als negativ (Distress) wahrgenommen wird, kann er auch ein Tinnitus-Leiden verursachen. Positiven Stress, sogenannten Eustress, erleben Betroffene hingegen als motivierend.

Vor allem nimmt negativer Stress wichtigen Einfluss auf die Frage, wie Betroffene akute Ohrgeräusche erleben und ob sie diese gut kompensieren können. Schon im Anfangsstadium wirkt sich die seelische Verfassung auf den weiteren Verlauf des Tinnitus aus. Daher empfiehlt sich schon von Beginn an, neben der medizinischen Behandlung auch eine psychotherapeutische Beratung in Betracht zu ziehen.

Wie die Psyche den Tinnitus am Leben hält

Die Verfassung der Psyche kann auf unterschiedliche Weisen dafür sorgen, dass ein Tinnitus auftritt, die Belastung steigt oder eine Behandlung nicht anschlägt.

  • Halten Stress und Belastung an, kann dies dazu beitragen, dass dem Patienten Kraft und Energie fehlen, um seinen Tinnitus zu bewältigen. Negativer Stress kann also dazu beitragen, dass Ohrenrauschen aufrecht erhalten bleibt.
  • Es kann eine Art Teufelskreis entstehen: Zuerst werden die Geräusche mit Gefühlen wie Angst und Hilflosigkeit assoziiert, im weiteren Verlauf verstärken die Assoziationen wie bei einem konditionierten Reflex wiederum das Piepen im Ohr.
  • Die Ohrgeräusche selbst werden als Stressfaktor empfunden. Richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf die störenden Geräusche im Ohr, steigert das die Belastung zusätzlich.
  • Bei Patienten, die unter chronischem Tinnitus leiden, steigern Stress und Belastung mitunter die Schwere ihrer Ohrgeräusche.
Stress kann Tinnitus auslösen

Stressverminderung als Tinnitustherapie

Dass Stress und Tinnitus in Zusammenhang stehen, wird üblicherweise als Therapieansatz genutzt. Dazu müssen persönliche Belastungen ausgemacht werden. Bekommt der Betroffene sie in den Griff, entzieht er dem Tinnitus damit teilweise seinen Nährboden.

Stress sollte also ganz gezielt abgebaut werden. Das reduziert dann häufig auch den Tinnitus. Je nach Schwere ist dafür allerdings therapeutische Hilfe notwendig.

Negativer Stress lässt sich durch unterschiedliche Maßnahmen reduzieren:

  • Tägliche körperliche Betätigung wie Sport oder Spaziergänge
  • Ausreichend Schlaf sowie eine gesunde, ausgewogene Ernährung
  • Angenehme Aktivitäten, die von den inneren Geräuschen ablenken
  • Einzelne Tätigkeiten langsam ausführen statt unter Zeitdruck
  • Ausreichend Pausen im Alltag gönnen
  • Entspannungstechniken, Meditation oder Yoga

Glückliches Leben, bessere Bewältigung

Wer ein positives und zufriedenes Leben führt, ist tendenziell besser dazu in der Lage, einen Tinnitus zu bewältigen. Dazu zählen, sich ausgewogen zu ernähren, sportlich zu betätigen, gesund und ausreichend zu schlafen, einer erfüllenden Arbeit nachzugehen und ein stabiles soziales Netz aufzubauen. 

Stress als Auslöser für einen Hörsturz

Stress wird auch als möglicher Auslöser für einen Hörsturz vermutet, welcher sich wiederum in einem symptomatischen Tinnitus äußern kann. Als wahrscheinlichster Faktor für die Entstehung eines Hörsturzes wird eine gestörte Durchblutung des Innenohrs gesehen.