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Olaf

Ein Tinnitus-Patient berichtet

Erfahrungen mit dem Ohrgeräusch

Ein Psychiater stellte bei Olaf die Diagnose schwere Depression. Einige Wochen später hatte Olaf ein Piepsen im Ohr. Unter diesem unangenehmen Zirpen leidet er mittlerweile schon circa ein Jahr.

Bei mir machte sich der Tinnitus vor etwa einem Jahr bemerkbar. Ich wachte tatsächlich morgens auf, hatte den Ton im linken Ohr, der übrigens bis heute da ist. Ich befand mich damals in einer sehr hohen Stresssituation, hm… ich hatte etwa 4, 5 Wochen vorher die Diagnose schwere Depression vom Psychiater gestellt bekommen, das war schon eine schwierige Situation in dem Moment für mich.

Ich bin zum Arzt gegangen. Ich wusste zwar, was das war, dass es Tinnitus war und hatte mir auch gleich im Internet einen Tinnitus-Spezialisten herausgesucht und dort wurde mir im Prinzip dann meine Diagnose voll bestätigt. Wenn ich mich so richtig erinnere, hat er mir ein durchblutungsförderndes Medikament empfohlen.

Wenn Sie sich vielleicht noch so an einen Röhrenfernseher erinnern. Wenn dann das Bild zusammenfuhr und dann schließlich nur so dieser eine Punkt übrigblieb, dann war immer noch so ein Piepen, ein unangenehmes Zirpen von der Mattscheibe zu hören. Das ist so ungefähr die Tonlage, die ich im linken Ohr habe.

Ich merke also tatsächlich bis heute: in Stressmomenten verstärkt es sich. Es hat auch eine gewisse Eigendynamik, wenn ich meine Aufmerksamkeit diesem Ton widme, ist er stärker. Ganz auffällig ist es, wenn Stressmomente da sind, die wirklich auch meine Person angehen, dann spüre ich den Ton stärker. 

Das sind eher so Alltagsmomente, sprich die Müllabfuhr lärmt vor dem Haus, vor dem Balkon, mechanische Geräusche, metallische Geräusche, Baumaschinen, starker Verkehrslärm, darauf reagiere ich tatsächlich empfindlich, das spüre ich.

Ich habe für mich persönlich festgestellt, dass Naturgeräusche den Tinnitus dämpfen. Das Gurgeln des Wassers, Zwitschern der Vögel, Blätter rauschen in den Bäumen, solche Geräusche dämpfen dieses Tinnitus-Empfinden tatsächlich markant. Absolute Stille ist übrigens eher Gift. Wenn ich schludere und jetzt aus Eile tatsächlich an der Hauptstraße langgehe, merke ich nachher, dass es mir nicht guttut. Das ist tatsächlich etwas, was ich fest in meinen Alltag fest mit einbauen muss, dass ich ein bisschen auf mich aufpassen muss, um das Ohrgeräusch nicht zu stark werden zu lassen. Ich bin begeisterter Segler und hatte dann auch Spaß mal auf einem Turn eine längere Audio, einfach von diesen gurgelnden Wassergeräuschen, der Wind der sich im Segel fängt, das alles sind so harmonische Geräusche. Wenn der Ton wirklich mal ganz stark ist, dann kann ich mir diese Audio mal einlegen, und das ist wie so eine Meditationsgeschichte, ich kann mich dann so „runterdimmen“.

Wenn ich aus meinen Erfahrungen schließe, dieser Moment „Horch mal in dich rein“, „Was tut dir gut“, dieses berühmte Achtsamkeits-Ausrufezeichen. Das ist eigentlich die zentrale Empfehlung, die ich abgeben kann.

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