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Diagnose und Behandlung von Tinnitus

Eine HNO-Untersuchung kann die Ursachen der Ohrgeräusche aufdecken

Innere Ausgeglichenheit – eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Tinnitus-Behandlung

Störende Ohrgeräusche können viele Ursachen haben. Deshalb sollte der Besuch einer HNO-Praxis oberste Priorität haben. Der Arzt wird die Ohren eingehend untersuchen und das Gehör überprüfen. Gezielte Fragen verschaffen ihm einen ersten Überblick über Art und Intensität des Tinnitus. Die Krankengeschichte und das Gespräch liefern oft Hinweise auf eine mögliche Ursache. Schon im akuten Stadium kann es sinnvoll sein, gezielt zu entspannen und Stress abzubauen.

Diagnose

Obligatorische Untersuchungen beim Verdacht auf Tinnitus sind

  • die Anamnese, als Hi für die HNO-ärztliche und später ggf. psychologische Diagnostik
  • Untersuchung des Ohrs und der umgebenden Strukturen wie des Nasen- und Rachenraumes sowie
  • Audiometrische Diagnostik zur Abschätzung der Schäden am Ohr und ihrer Lokalisation.

Bei stark empfundener Belastung unterstützt eine strukturierte Tinnitusdiagnostik dabei, den Schweregrad der Beeinträchtigung zu ermitteln, z.B. mit Hilfe des strukturierten Tinnitusinterviews, des Tinnitusfragebogens zur Selbstbeurteilung sowie des Mini-Tinnitusfragebogens und darauf aufbauend für den Patienten individuelle Therapiemöglichkeiten und Methoden zur Bewältigung des Tinnitus zu bestimmen.

Behandlung

Therapien

Zur Behandlung des akuten und chronischen Tinnitus existieren verschiedene Ansätze. Während es beim akuten Tinnitus das Therapieziel ist, den subjektiv wahrgenommenen Ton zu beseitigen, zielen Behandlungsverfahren insbesondere beim chronischen Tinnitus darauf ab, die empfundenen Beeinträchtigungen durch die Ohrgeräusche zu verringern.

  • Pharmakologische Therapie
    Bei akutem Tinnitus Behandlung mit gefäßerweiternden Infusionen mit und ohne Kortison, mit dem Ziel, den Blutdurchfluss zu verbessern. Bei psychologischen Begleiterkrankungen wie Depressionen, Schlaf- oder Angststörungen kommen ergänzend Psychopharmaka zum Einsatz. Auch pflanzliche Präparate mit Ginkgo biloba Trockenblätter Extrakt erwiesen sich in Studien gegenüber Placebo als statistisch überlegen. 
  • Apparativ-akustische Therapie und Tinnitus-Retraining-Therapie
    Bei Hörminderung unterstützt ein Hörgerät dabei, den Tinnitus leichter zu überhören und damit zu akzeptieren. So genannte Tinnitus-Noiser geben ein gleichmäßiges Rauschen ab und unterstützen die Gewöhnung an das Ohrgeräusch. Diese Geräuschtherapie bildet neben dem Counselling („Beraten“) einen zentralen Therapiebaustein in der Tinnitus-Retraining-Therapie. 
  • Alternative Verfahren und orthopädische Therapieansätze
    Entspannungsverfahren wie autogenes Training, Yoga oder progressive Muskelentspannung.